Generel projektbeskrivelse

KREATIV LAB – Digital Soundscapes möchte, dass junge Menschen sich für klassische und moderne elektronische Musik begeistern. Mit kreativen Ideen belebt die Initiative den Musikunterricht an Schulen und setzt dabei auf digitale Instrumente. Ausgestattet mit Laptop und einem Launchpad komponieren Schüler:innen der Jahrgangsstufen 6 bis 12 ihre eigene Musik und treten damit live auf der Konzertbühne auf!

Dieses Vorhaben ergänzt aktuell den regulären Musikunterricht an 13 Schulen in Schleswig-Holstein und Hamburg, erreicht jährlich 600 SchülerInnen und findet nun auch an sechs weiteren Schulen in Dänemark statt. Für die außerordentlichen digitalen Impulse im Musikunterricht wurde es mit dem Sonderpreis für Digitalisierung vom Ministerium in Schleswig Holstein ausgezeichnet worden.

Hintergrund

Die in rasantem Tempo wachsende Technik- und Medienkompetenz der Schüler:innen im Alltag steht der Problematik der vergleichsweise langsam gelingenden Integration von Technologien im Musikunterricht in Schulen entgegen. Vor diesem Hintergrund wird der Einsatz von digitalen Instrumenten als Chance gesehen, Begeisterung für Musik bei Jugendlichen zu wecken. In Anbetracht dessen ist die Diskussion über einen sinnhaften Einsatz von Musiktechnologien im Unterricht in vollem Gange. Spannend ist, wie die teilnehmenden Schulen und Musikschulen, Pädagogen, Tutoren und Jugendlichen dieses Vorhaben gemeinsam erarbeiten.

Der leichte Zugang zur Musik

Egal, ob musikalische Vorkenntnisse da sind, ob ein Instrument beherrscht oder gesungen werden kann, jeder kann mitmachen und seine eigenen Fähigkeiten einbringen. Dem Spielraum sind kaum Grenzen gesetzt. Das besondere Augenmerk liegt darauf, dass die Jugendlichen ihre Musik in einem kreativen Prozess erstellen und sich die technischen Features der Software Ableton Live zu Nutze machen. Schritt für Schritt zeigen ausgebildete Tutoren in einer Workshopserie von zehn Doppelstunden die kompositorischen wie auch die technischen Elemente.

Musik Camp und die neuen Stars der Bühne

In grenzüberschreitenden Music Camps arbeiten zwei bis vier deutsche und dänische Schüler:innen zusammen und stellen ihre Musikstücke an vier intensiven Tagen fertig. Sie proben für ihren Auftritt auf dem Kulturfest „CLASSICAL BEAT öffnet Welten“ in Eutin oder in Nykøbing, Dänemark mit professionellen Musiker:innen. Dabei sind die Schüler:innen die Stars des Konzertes! Denn sie steuern, wie das Ensemble oder die Band ihre Musik begleitet und sie geben ihnen das Zeichen zum Spielen live. Es entsteht auf der Bühne ein dynamischer musikalischer Dialog, auf den die Tutor:innen die Jugendlichen vorbereiten. Dieses Event wird filmisch aufgezeichnet.

Entstehung und Weiterentwicklung

Das Konzept des musikalischen Bildungsprojektes entstand 2017 zusammen mit Prof. Bernd Ruf von der Musikhochschule Lübeck und ist seitdem weiter entwickelt worden. Die Umsetzung wird von der Stiftung Neue Musik-Impulse aus Eutin gesteuert. Geschäftsführer Hans-Wilhelm Hagen: „Die Schüler sollen einen Eindruck bekommen, dass sie mit ihren technischen Mitteln auch produktiv sein können. Das gilt für Musik genauso wie für alle anderen Bereiche. Sie bekommen Fähigkeiten für ihren beruflichen Einstieg auf den Weg.“

Nielsen / Klima

Die Jugendlichen diskutieren die Rolle der Musik als Botschafterin für eine nachhaltigen Zukunft im Kontext des Klimawandels. Sie setzen sich thematisch mit den aktuellen Klimaveränderungen in der Musik auseinander. Dabei werden Geräusche aus der Natur wie etwas Wind, Wasser, knackendes Holz oder gar aus katastrophalen Ereignissen wie Stürme oder Vulkanausbrüche in die Musik digital eingebaut. Es können auch politische Reden von Klimaaktivisten oder der Bundesregierung zu dem Thema in den musikalischen Kontext überführt werden. Beispielsweise hört sich der Appell von Greta Thunberg an die Regierungen „Ihr lasst uns im Stich!“ zwischen Beats und Sounds ja ganz gut an!

Eine wesentliche Rolle spielt hier auch die Auseinandersetzung mit unserem musikalischen Erbe. In diesem Jahr lernen die Jugendlichen den dänischen Komponisten Carl Nielsen aus dem 19. Jahrhundert kennen. Sein vielseitiges Repertoire umfasst Lieder, Chorwerke, Orgel- und Klaviermusik, Werke für Orchester und Kammermusik, Opern sowie Sinfonien. Seine 3. Sinfonie, die „Sinfonia expensiva“ brachte ihm im Jahre 1912 internationale Anerkennung. Die Schüler:innen bekommen lebendige Einblicke in den kreativen Prozess einer Kompositionsentwicklung und in die Nutzung der Instrumentenwelt.

Far East Suite / racisme

Die Jugendlichen diskutieren die Rolle der Musik als Botschafterin für eine integrativen Gesellschaft – gegen Rassismus und sozialen Ungerechtigkeiten. Eine wesentliche Rolle spielt hier die musikalische Reise in den Orient vom einflussreichen Komponisten Duke Ellington. Sein Werk, die Far East Suite, erzählt von einer Reise in den Nahen Osten im Jahr 1963 nach Jordanien, Pakistan, Indien oder dem Iran – eine Route, die heute geprägt ist von Flucht und Migration.

Die Schüler*innen begeben sich auf eine musikalische Reise in eine fremde Kultur. Die Geräusche von dieser Reise werden kreativ in die Musik eingebettet, wie etwa das Holpern eines Zugs oder Straßenlärm. Auch lassen sich die würzigen Noten des Orients heraushören in der Musik heraushören. Auch können prägende Sätze aus politischen Reden zum Thema Rassismus in den musikalischen Kontext überführt werden. Denkbar ist die berühmte Rede von Martin Luther King „I have a dream!“ aus dem Jahre 1963, in der er über die sozialen Ungerechtigkeiten zwischen Menschen aus unterschiedlichen Kulturen in den USA.


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