Allgemeine Projektbeschreibung

KREATIV LAB – Digital Soundscapes verfolgt das Ziel, junge Menschen für das Crossover von klassischer und elektronischer Musik zu begeistern. Mit kreativen Ideen belebt die Initiative den Musikunterricht an Schulen und setzt dabei auf digitale Mittel. Ausgestattet mit Laptop und Smartphone sollen Schüler der Jahrgangsstufen 6 bis 12 eigene Musik kreieren. Dieses Vorhaben ergänzt aktuell den regulären Musikunterricht an 13 Schulen in Schleswig-Holstein/Hamburg, erreicht jährlich 400 SchülerInnen und findet nun auch an sechs Schulen in Dänemark statt. Es ist mit dem Sonderpreis für Digitalisierung in Schleswig-Holstein 2020 vom Ministerium ausgezeichnet worden.

Die Teilnahme am Musikunterricht ist nach unseren Erkenntnissen rückläufig. Vor diesem Hintergrund wird der Einsatz von digitalen Instrumenten in den Schulen als Chance angesehen, Begeisterung für die Musik bei jungen Menschen im Unterricht zu wecken. Spannend ist, wie die teilnehmenden Schulen und Musikschulen, Pädagogen, Tutoren und Jugendlichen dieses Vorhaben gemeinsam erarbeiten.

Einen leichten Zugang zu traditioneller wie auch digitaler Musik zu ermöglichen, das soll den SchülerInnen geboten werden. Egal, ob musikalische Vorkenntnisse da sind, ob ein Instrument beherrscht oder gesungen werden kann, jeder kann mitmachen und seine eigenen Fähigkeiten einbringen. Dem Spielraum sind kaum Grenzen gesetzt. Das besondere Augenmerk liegt darauf, wie sich die Jugendlichen musikalisch ausdrücken können und sich die technischen Features zu Nutze machen. Schritt für Schritt zeigen ausgebildete Tutoren in einer Workshopserie die kompositorischen wie auch die technischen Elemente.

In grenzüberschreitenden Music Camps arbeiten zwei bis vier deutsche und dänische SchülerInnen zusammen und stellen ihre Musikstücke an vier intensiven Tagen fertig. Sie können auch am Performancekurs teilnehmen, an dem die Empfindungen der Musikstücke choreografisch dargestellt werden. Es werden auch Videos gedreht – eine anschauliche Ergänzung, die auch auf den sozialen Kanälen veröffentlicht werden. Dazu spielen professionelle Musiker und bringen ihre eigene Note mit ein. Am Ende treten die Schüler*innen gemeinsam mit den Musikern auf dem großen öffentlichen Abschlusskonzert auf.

Das Konzept des musikalischen Bildungsprojektes entstand 2017 zusammen mit Prof. Bernd Ruf von der Musikhochschule Lübeck und ist seitdem weiter entwickelt worden. Die Umsetzung wird von der Stiftung Neue Musik-Impulse aus Eutin gesteuert. Geschäftsführer Hans-Wilhelm Hagen: „Die Schüler sollen einen Eindruck bekommen, dass sie mit ihren technischen Mitteln auch produktiv sein können. Das gilt für Musik genauso wie für alle anderen Bereiche. Sie bekommen Fähigkeiten für ihren beruflichen Einstieg auf den Weg.“

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Beethoven / Klima

Im Rahmen des Schülerprojektes DIGITAL SOUNDSCAPES diskutieren Jugendliche die Rolle der Musik als Botschafterin für die emotionale Neuorientierung in Richtung einer nachhaltigen Zukunft im Kontext des Klimawandels. Eine wesentliche Rolle spielt hier auch die Auseinandersetzung mit unserem musikalischen Erbe. Sie bekommen lebendige Einblicke in den kreativen Prozess einer Kompositionsentwicklung und in die Nutzung der Instrumentenwelt.

Schüler*innen komponieren für den Klimaschutz

Die Schüler*innen setzen sich thematisch mit den aktuellen Klimaveränderungen in der Musik auseinander. Mit ihrem Smartphone nehmen sie Geräusche auf, die ihnen interessant vorkommen: das Knacken von Ästen, Geräusche beim Klopfen an Gegenständen, arbeitende Maschinen und vieles mehr. Die Aufgabe ist, die akustische Umwelt bewusst zu erforschen und einen Zusammenhang zu den Klimaveränderungen zu erstellen. Welche Geräusche machen unsere Umgebung aus? Diese „Sounds“ werden in der Software Ableton Live digital bearbeitet, ineinander gefügt und zu einem eigenen Beat gebaut.

Beat-hoven

Daneben werden die Schüler*innen mit einem klassischen Komponisten vertraut gemacht. Beethoven ein Umweltschützer? Seine 6. Symphonie, die „Pastorale“, ist ein Portrait der Natur mit ihrem unermesslichen Reichtum und Vielfalt sowie gleichzeitig Aufruf, sie zu wahren und zu schützen. Die sogenannte „Pastorale“ strotzt nur so von Naturklängen – vom sanften Plätschern des Bachs, von Vogelgezwitscher, aber auch von heftigem Gewitter. Sie ist ideal als Vorlage für neue Kompositionen geeignet. Wie kann ein klassisches Stück heute die gleiche Wirkung erzielen wie zu seiner Zeit? Auch in diesem Jahr sollen entnommene Akkordfolgen und Melodien in die Musikstücke der SchülerInnen einfließen.

Far East Suite / Rassismus

Im Rahmen des Schülerprojektes DIGITAL SOUNDSCAPES diskutieren Jugendliche die Rolle der Musik als Botschafterin für die emotionale Neuorientierung in Richtung einer integrativen Gesellschaft – gegen Rassismus und sozialen Ungleichheiten. Eine wesentliche Rolle spielt hier die musikalische Reise in den Orient in Duke Ellingtons Werk Far East Suite. Sie bekommen lebendige Einblicke in eine heute unmögliche Reise – eine Route geprägt von Flucht und Migrationsfeindlichkeit.

Schüler*innen komponieren gegen Rassismus Die Schüler*innen begeben sich auf eine musikalische Reise in den Orient. Mit ihrem Smartphone nehmen sie Geräusche unterwegs auf: das Holpern in einem Zug, undeutliches Gerede wie auf einem Basar oder gar wütende Sandstürme. Die würzigen Noten des Orients spiegeln sich wider. Auch markante Sätze aus politischen Reden können einfließen. Von Abenteuerlust über ein Gefühl von Unbehagen in einem fremden Land bis hin zur Angst, niemals anzukommen oder akzeptiert zu werden. Diese „Sounds“ werden in der Software Ableton Live digital bearbeitet, ineinander gefügt und zu einem eigenen Beat gebaut. Far East Suite von Duke Ellington wurde von Pierre Bertrand überarbeitet, der einen spannenden Einblick in Rekompositionen bietet. Auch entnommene Akkordfolgen und prägnante Melodien aus dem Werk können verwendet werden.

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